Die Geschichte der Sparkasse in unserer Region

Die Geschichte der Sparkasse in unserer Region

Seit 200 Jahren ein wesentlicher Teil der Gemeinschaft

1826 - 1899

Geschichte der Sparkasse Sonneberg

Die Chronik der Sparkasse Sonneberg ermöglicht einen anschaulichen Einblick in die Geschichte des Instituts, von seinen Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu den modernen, digitalen Angeboten von heute.

Foto: Stadtarchiv Sonneberg

1826 – Gründungsverhandlung für eine Sparkasse in Sonneberg

Das Kreisamt in Sonneberg nahm auf die Aufforderung der Herzoglichen Landesregierung zur Errichtung einer Sparkasse wie folgt Stellung: „Eurer Herzoglichen Durchlaucht überreiche ich anbei die Statuten zu einer vom Herrn Geheimen Rath und Kanzler von Donop, Exzellenz, zuerst in Vorschlag gebrachten Sparkasse, welche vorzüglich für unsere fleißigen und gewerbsmäßigen Bewohner des Oberlands und noch dazu in den jetzigen für unsere industriellen Gewerbe günstigen Zeiten eine wahre Wohltat sein wird.“

Danach wurden am 26.04.1826 die Statuten der „Sonneberger Sparkasse“ von der damaligen Landesregierung genehmigt. Im Juli 1826 wurde berichtet, dass diese wohltätige Anstalt nunmehr im Gange sei.

Foto: Stadtarchiv Sonneberg

1833 – Auflösung der Städtischen Sparkasse

Am 29.01.1833 berichtete das herzogliche Verwaltungsamt über die Städtische Sparkasse in Sonneberg: „Im vorigen Jahre glaubte man nicht anders, als daß die hiesige, erst seit 6 Jahren bestehende Sparkasse sich auflösen werde, denn die allgemeine Teilnahme hatte abgenommen … .
Die Städtische Sparkasse in Sonneberg geriet in den Jahren bei den Sonnebergern nach und nach in Vergessenheit. Im Jahre 1836 wird berichtet: „Die Oberländer Sparkasse hatte leider kein erfreuliches Gedeihen gehabt, es hat sich im allgemeinen wenig Teilnahme gezeigt, und die wenigen früher erfolgten Einlagen sind sämtlich auf Verlangen der Eigentürmer wieder zurück gezahlt worden.“  Der Bericht ist von Johann Philipp Dressel und Söhne unterzeichnet. Damit endete die Existenz der ersten Sparkasse in Sonneberg.

1835 – Gründung der gesellschaftlichen Sparkasse in Steinach

In der Stadtratssitzung am 29.03.1835 informierte der Bürgermeister der Stadt Steinach seine Stadträte über die Pläne zur Errichtung eines Sparkassengebäudes auf städtischem Grund. Das Gebäude wurde am Kirchweihsonntag 1836 der Öffentlichkeit übergeben.

1839 – Bechmann greift die Sparkassenangelegenheiten wieder auf

In diesem Jahr griff der damalige Oberamtmann Bechmann die  Sparkassenangelegenheiten in Sonneberg erneut auf.
„In dem hiesigen Verwaltungsamtsbezirk besteht eine große Anzahl von Privatsparkassen, welche einen recht wohltätigen Einfluß äußern … so war es schon längst mein innigster Wunsch und mein angelegentliches Bestreben, eine öffentliche, allgemeine Sparkasse für Stadt und Land ins Leben zu rufen.“
Die Verhandlungen über die Statuten mit der Landesregierung zogen sich bis Ende 1841 hin.

1841 – Die heutige Sparkasse tritt ins Leben

Am 05.11.1841 wies der Magistrat der Stadt Sonneberg durch eine öffentliche Bekanntmachung darauf hin, die Städtische Sparkasse nunmehr ins Leben treten zu lassen, nachdem die Statuten die Genehmigung der Herzoglichen Landesregierung erhalten haben. 

 

1842 – Zweimal die Woche geöffnet

Die Statuten der Städtischen Sparkasse werden im Anzeiger für das Oberland des Herzogtums Sachsen-Meiningen am 19.03.1842 veröffentlicht.

Die Städtische Sparkasse hat anschließend daran am 02.05.1842 ihre Tätigkeit begonnen und zunächst zweimal die Woche Kassenstunden abgehalten. Als erstes Geschäftslokal kann die Privatwohnung des ersten Verwalters Christoph Siedel in der Breiten Straße 9 angesehen werden.

Schon im September 1842 hatten 40 Personen insgesamt 1.027 Gulden angelegt.

1848 – Magistrat der Stadt Sonneberg übernimmt Verwaltung

Mit einer Verfügung der Herzoglichen Landesregierung vom 20.08.1848 sind die Funktionen, welche bisher dem Herzoglichen Verwaltungsamt zugestanden haben, aufgehoben worden. Die Verwaltung der Städtischen Sparkasse ist damit ausschließlich auf den Magistrat der Stadt Sonneberg übergegangen.

1856 – Schalkauer Sparverein

Mit Beginn des Jahres hatten Bürger der Stadt Schalkau einen Verein zum Zwecke der Hinterlegung von Ersparnissen gebildet. „Unter dem 08.05.1856 wurde die Sache zur anderweiter Vorlage an das Staatsministerium eingesandt und von dort genehmigt.“ 
Der entstandene Sparverein zählte gleich anfangs 137 Mitglieder, ein Beweis seiner Notwendigkeit.

1866 – Steinacher Ortsparkasse

Am 01.06.1866 wurde aus der bereits 1835 gegründeten gesellschaftlichen Sparkasse die Steinacher Ortssparkasse gebildet. 

1874 – Übernahme der Städtischen Sparkasse gescheitert 

Im Januar des Jahres 1874 fanden Verhandlungen zwischen dem Landrat in Sonneberg und der Landesregierung statt, ob die Übernahme der Städtischen Sparkasse seitens des Kreises anzubahnen sei. Die Übernahme wurde mit der Maßgabe abgelehnt, dass ein Teil der Überschüsse der Städtischen Sparkasse dem Kreiskrankenhaus überwiesen werden müsse. 

1882 – Initiative zur Gründung einer Kreissparkasse zurückgestellt

Mit einem Schreiben vom 19.06.1882 hat das Herzogliche Staatsministerium Meiningen zum ersten Mal die Initiative zur Gründung einer Kreissparkasse für den Landkreis Sonneberg ergriffen. Der daraufhin vom Herzoglichen Landrat Baumbach vorgelegte Antrag zur Errichtung einer Kreissparkasse wurde auf Grund von Bedenken vorerst zurückgestellt. 

1883 – Gründung der Sparkasse in Lauscha

Der Schultheiß Louis Müller Pathle legt der Gemeindevertretung Lauscha am 17.08.1882 die Statuten zur Gründung einer Sparkasse zur Annahme vor. Die Gemeindevertreter zögerten mit der Annahme nicht und das Statut wurde alsdann durch den herzoglichen Landrat in Sonneberg dem Sachsen-Meiningischen Staatsministerium zur Genehmigung vorgelegt. Unter dem 27.12.1882 sandte das Staatsministerium das Statut mit einigen Abänderungen zurück, denen von seitens der Gemeindevertretung am 08.02.1883 stattgegeben wurde.

Als erster Verwalter der Sparkasse wurde der Fleischermeister Albert Müller bestellt. Er nahm die Ein- und Auszahlungen in seiner am Hüttenplatz gelegenen Wohnung vor, trug die Beträge in die Sparbücher ein und schickte die Kunden in das Nachbarhaus des Schultheiß, der die erforderliche zweite Unterschrift abgab. Trotz der Umständlichkeit wurde die Sparkasse gut besucht. Die erste Einlage tätigte am Eröffnungstag, dem 04.04.1883, die Metzgermeister-Ehefrau Caroline Eichhorn mit 1 Mark. 

1885 - Eröffnung der Kreissparkasse Sonneberg

Auf erneute Anregung des Herzoglichen Staatsministeriums Meiningen beschloss der Kreisausschuss Sonneberg in seiner Sitzung am 18.09.1885, mit Wirkung zum 01.01.1886 die Kreissparkasse Sonneberg mit dem Sitz in Sonneberg als Kreisanstalt des Landkreises Sonneberg zu eröffnen. Die Kreissparkasse Sonneberg nimmt am 01.01.1886 ihre Arbeit auf. 

1886 – Städtische Sparkasse kann nun Filialen im Kreis eröffnen

Die Städtische Sparkasse ändert mit Wirkung zum 01.01.1886 ihre Satzung und erhält damit die Genehmigung, in den dazu geeigneten Orten des Kreises Sonneberg Filialen zu errichten. 

1887 – Filiale Schalkau

Die Städtische Sparkasse Sonneberg eröffnet eine Filiale in Schalkau.

1891 – Filiale Neuhaus bei Sonneberg

Im Oktober 1891 hat die Verwaltung der Städtischen Sparkasse Sonneberg die Genehmigung für eine Filiale in Neuhaus bei Sonneberg beantragt, obwohl damals die Ansicht vertreten war, dass die neugegründete Kreissparkasse Sonneberg eigentlich Filialen im Kreis eröffnen sollte. Diese hat scheinbar bis dato keinen Gebrauch davon gemacht, denn die Filiale in Neuhaus nahm ihre Kassentätigkeiten auf. 

1900 - 1949

1902 – Filialschließung in Schalkau

Im Jahre 1902 wurde die Filiale der Städtische Sparkasse Sonneberg in Schalkau nach ihrem 15jährigen Bestehen
aufgelöst.

1904 – Sparkasse erhält Aufsicht

Es erfolgte die Wahl des ersten Sparkassenausschusses zur Oberaufsicht der Städtischen Sparkasse Sonneberg.

1914 – Rekordeinlagen in Lauscha

Auszug aus dem Archiv der Stadt Lauscha: „Die Rückzahlungen am 01.08.1914, dem Tag der Anordnung der Mobilmachung, beliefen sich allein auf 21.475,04 Mark. Bei einem Einlagenbestand von 1 ¾ Millionen ist das eine nicht zu unterschätzende Summe. Vorstehende Zahlen zeigen, dass die Sparkassen in Krisenzeiten um ihre Zahlungsbereitschaft doch sehr besorgt sein müssen.“

 
Auszug aus dem Archiv der Stadt Lauscha aus dem Jahr 1924: „Der Rausch der Billionen mußte eines Tages wieder einer geregelten wertbeständigen Währung weichen. Sie kam, den Weg nehmend über die Rentenmark. … Doch alle Barwerte und Sparguthaben waren vernichtet. 60,30 RMark war der Einlagenbestand bei der Sparkasse am Ende des Jahres 1923.“ 

 

 

 

1925 – In Deutschland wird erstmals der „Weltspartag“ begangen

An ihm soll jedes Jahr für das Sparen und eine sparsame Lebensführung geworben werden. 

 

 

 

1929 – Übernahme der Gemeindesparkasse Neuhaus am Rennweg

Im April des Jahres 1929 hat die Kreissparkasse Sonneberg, um eine möglichst einheitliche Regelung der Sparkassenbelange im Gewährsverbandsgebiet zu erreichen, die Gemeindesparkasse Neuhaus am Rennweg als Filiale übernommen.

1931 – Bankenkrise

Im Gefolge der Bankenkrise vom Juli 1931 werden Sparkassen und Girozentralen rechtlich verselbständigt. Die Bezeichnung „Sparkasse“ ist seitdem rechtlich geschützt. Im Reichskreditwesengesetz werden die Sparkassen 1934 als Kreditinstitute mit den Banken gleichgestellt. 

1932 – Kreissparkassen breitet sich aus

Im April des Jahres übernahm die Kreissparkasse Sonneberg die Städtische Sparkasse in Schalkau. In den Orten Effelder und Neuhaus-Schierschnitz werden Annahmestellen unterhalten. 

1943 – Große Sparkassenfusion

Das Jahr 1943 bedeutet in der Sonneberger Sparkassengeschichte eine wesentliche Veränderung. Die über 100 Jahre alte Städtische Sparkasse Sonneberg und die im Jahre 1885 gegründete Kreissparkasse Sonneberg sind am 01.10.1943 vereinigt worden. Die Anordnung des Herrn Reichswirtschaftsministers vom 23.07.1943 lautet wie folgt:
„Auf Grund des § 1 der Verordnung über Maßnahmen auf dem Gebiet des Bank- und Sparkassenwesens vom 05.12.1939 (RGBl. IS. 2413) in der Fassung der Verordnung vom 31.12.1940 (RGBl 1941 S. 19) wird im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister des Inneren mit Wirkung vom 01.10.1943 folgendes angeordnet:
 I. Die Stadtsparkasse Sonneberg wird im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Kreissparkasse Sonneberg überführt.
 II. Die Kreissparkasse Sonneberg wird in eine Kreis- und Stadtsparkasse umgewandelt. Sie führt die Bezeichnung „Kreis- und Stadtsparkasse Sonneberg“. Ihre Satzung wird von dem Reichstatthalter in Thüringen – Staatssekretär und Leiter des Thüringischen Ministeriums des Inneren – festgesetzt. 
III. Die zur Durchführung dieser Anordnung notwendigen Maßnahmen trifft der Reichsstatthalter in Thüringen –Staatssekretär und Leiter des Thüringischen Ministeriums des Inneren.“

1945 – Fusion mit Lauscha scheitert

Mit einem Schreiben vom 25.10.1945 an die Kreis- und Stadtsparkasse Sonneberg lehnte die Sparbank der Gemeinde Lauscha eine Fusion ab. Dort heißt es: 

„Wir geben Ihnen hiervon Kenntnis und benachrichtigen Sie gleichzeitig, dass wir von einer Verschmelzung unserer beiden Kassen daher Abstand nehmen wollen.“ 

1950 - 1999

1952 – Schreiben des Ministerpräsidenten an den Präsidenten der Volkskammer

In diesem Jahr erließ das SED-Regime der DDR das „Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Ländern der Deutschen Demokratischen Republik“. Dieses diente dazu einen zentralistischen Einheitsstaat zu erschaffen. Die Länder mussten in ihren Gebieten eine neue Kreiseinteilung vornehmen und mehrere Kreise in einem Bezirk zusammenfassen.

Die Neugliederung hatte große Auswirkungen auf die Sparkassenorganisation in der DDR. Das Finanzministerium ordnete am 14. Oktober 1952 die Einrichtung von Kreissparkassen in den neuen Kreisen an. Es bestanden dann sage und schreibe 200 Sparkassen, darunter 175 Kreis-, 19 Stadt- und Kreis- sowie 6 Stadtsparkassen. Ihre Länderverbände und deren Zentralstelle wurden auf Geheiß des Ministerrats zum 30. November 1952 aufgelöst und die Aufgaben dem Finanzministerium übertragen, welchem Hauptreferate in den Bezirken untergeordnet waren. Es liegen keine Unterlagen älteren Datums zur Entstehung der Kreissparkasse Neuhaus am Rennweg vor. Nach Berichten von Zeitzeugen wird deren Entstehung im Rahmen der vorstehenden Geschehnisse bestätigt.

1953 – Einführung der Ratenzahlung im Einzelhandel

In der DDR ermöglichte die am 16. Oktober 1953 in Kraft getretene Anordnung über die Finanzierung des Kaufs von Möbeln und anderen langlebigen Gebrauchsgütern den Sparkassen die Vergabe eines echten Teilzahlungskredits. Seit Oktober 1956 durfte der Handel selbst bestimmte Waren durch Teilzahlung verkaufen. Damit war das Teilzahlungsgeschäft durch Sparkassen nicht mehr notwendig. 

1955 – Beginn des Ausbaus des Sparkassennetzes in der DDR

Aus den staatlich festgelegten Zinssätzen resultierte in der Wirtschaft der DDR eine immanente Kapitalknappheit. In der Folge bemühte sich die SED-Führung, die Sparquote zu erhöhen. Mit der Anweisung 36/55 des Finanzministeriums sollte die Zahl der Sparkassenstellen erhöht werden. In jedem Betrieb mit mehr als 500 Mitarbeitern und jedem Dorf mit mehr als 500 Einwohnern sollte eine Sparkassenagentur eröffnet werden. 1963 erreichte die Zahl der Sparkassenagenturen mit 3.299 Stellen einen Höhepunkt. 

1956 – Sparkassengesetz der DDR

Die volkseigenen Sparkassen erhielten ein einheitliches „Statut der volkseigenen Sparkassen der DDR“, das als Aufsichtsorgan das Ministerium der Finanzen der DDR vorsah. In § 2 dieses Sparkassengesetzes wurde bestimmt: „Die volkseigenen Sparkassen sind Einrichtungen in den Kreisen und den Räten der Kreise unterstellt. Jede volkseigene Sparkasse führt ein Dienstsiegel mit dem Emblem der Deutschen Demokratischen Republik.“ Die Aufgaben der Sparkassen in der DDR beschränkten sich auf die Annahme von Spareinlagen, den Zahlungsverkehr und das Kreditgeschäft. 

1957 – Die Einführung der bargeldlosen Lohn- und Gehaltszahlung

Dies ist ein wichtiger Schritt zur kreditwirtschaftlichen Integration der bundesdeutschen Arbeitnehmerhaushalte. Das Girokonto bei der Sparkasse macht große Bevölkerungskreise erstmals „bankfähig“.

1963 – „Wenn’s um Geld geht … Sparkasse“

Die westdeutschen Sparkassen setzen erstmals den Werbeslogan „Wenn’s um Geld geht … Sparkasse“ ein und wird zu einer der bekanntesten Werbeslogans in Deutschland. Der Slogan erzielt durch den zugehörigen, eingängigen Jingle eine extrem hohe Wiedererkennung. Bereits drei Jahre nach Einführung assoziierten 55 % der Befragten den Slogan korrekt. Obwohl er teilweise durch „Weil’s um mehr als Geld geht“ ergänzt wird, bleibt der klassische Spruch tief verankert. 

 

1968 – Technische Innovationen

Der erste Geldautomat in Deutschland wird am 27. Mai 1968 von der Kreissparkasse Tübingen in Betrieb genommen.

Die Scheckkarte ist eine Vorstufe der modernen Girocard und wurde als Garantiekarte für Eurocheques ebenfalls im Jahr 1968 in Deutschland eingeführt. Sie ermöglichte das Einlösen von Schecks in anderen Ländern und wurde ab den späten 1970er Jahren mit einem Magnetstreifen ausgestattet, der zusätzliche Funktionen wie das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und das Bezahlen im Handel übernahm. Das EC-Logo wurde zur bekannten Marke für diese Karte, die das heutige Bezahlen ohne Bargeld revolutionierte.

 

 

 

1971 – das Ikonische S 

Der bekannte Gestalter Otl Aicher entwirft ein einheitliches Erscheinungsbild für die Sparkassen. Dafür modifiziert er das schon 1938 entstandene Sparkassen-S und führt Rot als Hausfarbe der Sparkassen ein. 

1980 bis 1990 – Die Digitalisierung der Bankgeschäfte beginnt

Die Sparkassen bieten ihren Kunden seit 1984 Electronic Banking-Dienstleistungen (zunächst über Bildschirmtext BTX). Ab 1990 können alle Sparkassenkunden mit ihren ec-Cards und S-Cards das Bezahlsystem „electronic cash“ nutzen.

1990 – Die Sparkassen in der DDR lösen sich aus der Staatsbank heraus

Nach der Wiedervereinigung werden die Sparkassen in Ostdeutschland als kommunale Kreditinstitute Teil der gesamt-deutschen Sparkassen-Finanzgruppe.

Zum 1. Juli 1990 trat der Vertrag über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Am 29. Juni beschloss die Volkskammer noch rechtzeitig das Gesetz über den Status und die Organisation der Sparkassen, welches am 1. Juli gültig wurde. Das Sparkassengesetz schuf den Rechtsrahmen für die Sparkassen, um in die Marktwirtschaft zu starten.
Es folgte am 29. August als weitere Durchführungsbestimmung zum DDR-Sparkassengesetz die Anordnung über die Verfahrensregelung zur Überleitung der Sparkassen an die Gewährträger. Demnach sollten die gewählten Vertretungen der Gewährträger ihren Sparkassen bis spätestens 1. Oktober eine der Mustersatzung entsprechende Satzung geben. Der Verwaltungsrat war bis zum 1. November zu wählen und der Kreditausschuss bis zum 15. November zu besetzen. Die Stellen der Vorstände waren unverzüglich auszuschreiben, in Ost- und in Westdeutschland. Da gesetzmäßig auch Sparkassenbeschäftigte in den Verwaltungsrat gewählt wurden, erfolgte am 29. August eine Anordnung zur diesbezüglichen Wahlordnung. Das mit dem bundesdeutschen Recht kompatible Sparkassengesetz galt gemäß Einigungsvertrag ab 3. Oktober 1990 zunächst als einheitliches Länderrecht weiter. Es wurde in den folgenden Jahren ersetzt. So bekamen die Mitgliedsländer des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes eigene Sparkassengesetze, der Freistaat Sachsen 1993, Sachsen-Anhalt sowie Mecklenburg-Vorpommern 1994 und Brandenburg 1996. Diese Gesetze waren fast inhaltsgleich. Auch neue Sparkassenverordnungen und Mustersatzungen wurden von den Bundesländern erlassen. 

1990 – Die Währungsunion

Im Zuge der Währungsunion am 1. Juli 1990 wurden rund 460 Tonnen Banknoten (ca. 27,5 Milliarden D-Mark) und schätzungsweise 400 Tonnen Münzgeld von A nach B transportiert. Insgesamt wurden über 600 Tonnen an Banknoten und Münzen zur Versorgung der neuen Bundesländer von der Bundesbank bereitgestellt. Der Transport erfolgte unter hoher Geheimhaltung und Polizeischutz. Mit dem Tag der Währungsunion konnten alle DDR-Bürger ihr Bargeld und ihre Spareinlagen von Ostmark in D-Mark umtauschen. Der Umtauschkurs hing auch vom jeweiligen Alter ab. 
Löhne, Gehälter, Renten, Mieten und andere sogenannten "wiederkehrende Zahlungen" werden 1:1 umgestellt. Bargeld konnte man nicht direkt umtauschen es musste auf Konten eingezahlt werden. Kinder unter 14 Jahren können bis zu 2.000 DDR-Mark im Verhältnis 1:1 umtauschen, 15- bis 59-Jährige bis zu 4.000 DDR-Mark, wer älter ist, 6.000 DDR-Mark. Beträge darüber werden im Verhältnis 2:1 umgestellt. Die Frist dafür lief am 1. Juli 1990 ab. Münzen in Form von Pfennigen waren ein Jahr länger gültig bis zum 30.06.1991. Guthaben, die nach dem 31. Dezember 1989 entstanden waren, werden zu einem Kurs von 3:1 umgetauscht.
Alle Sparkassen und Banken in der DDR öffneten ihre Türen am Sonntag, dem 1. Juli, um 8 oder 9 Uhr. Nach der Währungsunion wurden in der DDR insgesamt 100 Milliarden Ost-Mark eingesammelt. Die Scheine wanderten erst in den Tresor der ehemaligen Reichsbank in Berlin und dann - wie zuvor das Altgeld der DDR - in zwei Sandsteinstollen bei Halberstadt. Unter einer Kiesschicht sollten sie dort dank der großen Feuchtigkeit im Stollen schnell verrotten. Ein Trugschluss. 1999 fanden Jugendliche einen unverbauten Zugang zum Stollen und entwendeten zahlreiche Geldscheine. Als die Sache bekannt wurde, entschloss sich die Kreditanstalt für Wiederaufbau - der Nachfolger der Staatsbank der DDR - das Geld doch noch zuvernichten. In insgesamt 298 Containern wurden die Scheine zur Verbrennung ins Kohlekraftwerk Buschhaus bei Hannover gebracht.

 

 

 

1991 – Sparkassenneubau in Sonneberg

Nach der Grundsatzentscheidung des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Sonneberg erfolgte im Oktober 1991 der erste Spatenstich für den Neubau des heutigen Hauptstellengebäudes in Sonnberg.

1992 – Vorschlag für eine Sparkassenfusion scheitert

Der Verwaltungsrat der Kreissparkasse Sonneberg beschloss am  30.01.1992 nach intensiven Gesprächen der Vorstände der Kreissparkassen Sonneberg und Neuhaus am Rennweg den Vorschlag, die beiden Sparkassen zur Stärkung des Sparkassenwesens in der Region zu vereinigen. Die Vereinigung sollte zum 01.07.1992 in der Weise erfolgen, dass das Vermögen der beiden Sparkassen auf eine neu zu errichtende „Sparkasse Südthüringen“ übergeht.

Am 27.05.1992 hieße es: „Als Zeitpunkt für die rechtliche Fusion (= Genehmigung durch die Sparkassenaufsichts-behörde) wurde ursprünglich der 01.07.1992 favorisiert. Dieses Datum dürfte nach Einschätzung des derzeitigen Sachstandes sowie aufgrund telefonisch gemachten Äußerungen der Sparkassenaufsicht nicht mehr realisierbar sein, …“

Am 25.09.1992 informierte der Vorstand der Kreissparkasse Sonneberg seinen Verwaltungsrat: „Inzwischen wurde von Verwaltungsrat der Kreissparkasse Neuhaus am Rennweg ein Beschluß gefaßt, der für die Sparkassenfusion Bedingungen vorsieht, die schwer akzeptiert werden können.“

Am 03.02.1993 berichtet der Vorstand der Kreissparkasse Neuhaus am Rennweg an seinen Verwaltungsrat: „… über den ablehnenden Bescheid der Sparkassenaufsicht hinsichtlich der Fusion mit der Sparkasse Sonneberg und erläuterte zum Abschluß eines Kooperationsvertrages.“  Die Sparkassenaufsicht sah in der Fusion einen Vorgriff auf die künftigen Kreisgrenzen. 

1993 – Einweihung des Hauptstellenneubaus in Neuhaus am Renneweg

Nach gut Eineinhalbjähriger Bauzeit wurde am 05.11.1993 das neue Hauptstellengebäude der Kreissparkasse Neuhaus am Rennweg seiner Bestimmung übergeben. „Wir können ein Bauwerk präsentieren, das in seinem inneren Gefüge allen Anforderungen an ein modernes Kreditinstitut gerecht wird und dessen äußeres Erscheinungsbild sicherlich städtebauliche Akzente im Herzen unserer Kreisstadt Neuhaus am Rennweg setzt.“ 

1994 – Einweihung der neu erbauten Hauptstelle Sonneberg

Am 17.01.1994 wurde der Geschäftsbetrieb in der neu erbauten Hauptstelle der Kreissparkasse Sonneberg aufgenommen.

„Nach gut zweijähriger Bauzeit ist es der Sparkasse gelungen, der Öffentlichkeit ein Gebäude zu präsentieren, mit dem sie neue Maßstäbe setzen will. Für den Stadtkern von Sonneberg stellt das technisch funktional gestaltete Gebäude eine Bereicherung an architektonischer Gestaltung dar.“

1994 – Gebietsreform in Thüringen

Das Thüringer Gesetz über Maßnahmen zur kommunalen Gebietsreform (Thüringer Maßnahmengesetz - ThürMaßnG -) vom 3. Januar 1994 bestimmt, dass der neue Landkreis als Gesamtrechtsnachfolger Gewährträger der Kreissparkassen wird, die ihren Sitz in seinem Gebiet haben; bei Gemeinschaftssparkassen tritt der neue Landkreis als Mitgewährträger an die Stelle des bisherigen Landkreises. Das Gesetz trat am 1. Juli 1994 in Kraft.

Der Kreistag Sonneberg beschließt mit Beschluss-Nr. 5/2/94 am 27.07.1994: „Die Kreissparkasse Sonneberg und die Kreissparkasse Neuhaus am Rennweg werden mit Wirkung zum 31.08.1994 im Wege der Aufnahme der Kreissparkasse Neuhaus am Rennweg durch die Kreissparkasse Sonneberg gem. § 22 Abs. 1 ThürSpG vereinigt.“ 

2000 - 2026

2002 – Einführung des Euro-Bargeldes

Am 1. Januar 2002 wurde in zwölf europäischen Ländern das Euro-Bargeld eingeführt und zugleich ersetzte der Euro die bisherigen nationalen Währungen als gesetzliches Zahlungsmittel. Kurz vor Weihnachten herrschte in den Filialen der Sparkasse Sonneberg großer Andrang – es begann die Ausgabe der Starterkits. Dabei handelte es sich um in Plastiktüten abgepackte Haushaltsmischungen, die 20 Euro-Münzen aller Stückelungen im Wert von 10,23 Euro enthielten und für 20 D-Mark ausgegeben wurden.

Am 2. Januar 2002 und in den Folgetagen herrschte großer Kundenandrang in den Filialen der Sparkasse Sonneberg. Sie hatte für die Kundenbedienung zusätzliche Kassen eingerichtet. Neben dem Wunsch nach Euro-Auszahlungen wollten viele Kunden die bei sich vorhandenen D-Mark-Beträge in Euro umtauschen oder auf ihre Konten einzahlen. Unmengen von Kleingeld sammelten sich in diesen Tagen in den Filialen an.

Um zum Jahresbeginn einen noch größeren Andrang an den Bankschaltern zu vermeiden, konnte noch bis Ende Februar im Handel mit D-Mark bezahlt werden. Das Wechselgeld erhielt manbereits in Euro und Cent ausgezahlt. Auch Banken und Sparkassen tauschten noch bis Ende Februar die alte Währung um. Danach ging die Umtauschmöglichkeit auf die Filialen der deutschen Bundesbank über. 

2003 – Wieder gescheiterte Annäherung

Im Januar des Jahres beauftragt der Verwaltungsrat der Sparkasse Sonneberg seinen Vorsitzenden und den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Sondierungsgespräche mit der Vereinigten Coburger Sparkasse zu führen. Die Regionalverbände der beiden Freistaaten bescheinigten dem länderübergreifenden Vorhaben im Fortgang der Gespräche keine Erfolgschancen. 

2005 – Wegfall der Gewährträgerhaftung 

Auf der Basis eines Kompromisses mit der EU-Kommission werden die Haftungsgrundlagen der Sparkassen und Landesbanken neu geregelt (Wegfall der Gewährträgerhaftung und Ersetzung der Anstaltslast). Der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe gewährleistet fortan den Bestand der Institute und garantiert die vollständige Sicherheit der Kundeneinlagen. 

2007 – Lehmans Erbe

Die Weltfinanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 war unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Immobilienmarkts in den USA. Die Sparkassen stabilisierten in dieser Zeit wie so oft den Markt in Deutschland, indem sie eine stabile Marktposition einnahmen, die nicht durch die Krise so stark beeinträchtigt wurde wie bei anderen Banken. Sie trugen dazu bei, eine Liquiditätskrise in Deutschland zu verhindern und spielten eine wichtige Rolle bei der Stützung der Landesbanken.

2009 – Es entsteht einer der größten Banken-IT-Dienstleister in Europas

In den 90er Jahren gab es noch eine Reihe von regionalen IT-Dienstleistern. 2008 verschmolzen die Sparkassen Informatik und die Finanz IT, die beiden letzten Organisationen, zum zentralen IT-Dienstleister Finanz Informatik. Die Sparkasse Sonneberg führte im Jahr 2009 die Gesamtbanklösung One System Plus ein und stellt damit die Weichen für eine deutschlandweit einheitliche und zukunftsfähige Gesamtbanklösung. 

2020 – Sparkassen stabilisieren das Bankensystem in der Corona-Pandemie

Mit großem Einsatz helfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse Sonneberg den Menschen und den Unternehmen in der Region, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu stemmen: Sie führen unzählige Beratungsgespräche, passen die Zahlungen für Kredite an oder helfen mit Aussetzungen von Kreditraten. Die Sparkassen-Finanzgruppe setzt sich als gemeinsames Motto: "Gemeinsam da durch".

2023 – Selbstverpflichtung für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften

Im Jahr 2023 unterschreibt die Sparkasse Sonneberg die „Selbstverpflichtung für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften" der Sparkassen-Finanzgruppe. Alle Unterzeichner wollen dazu beitragen, die Wirtschaft mit dem Ziel eines besseren Klimaschutzes zu verändern.

2023 – „Weil‘s um mehr als Geld geht“

Dieser Satz bringt auf den Punkt, was die Sparkassen seit jeher auszeichnet: die Verbindung aus wirtschaftlicher Verantwortung und gesellschaftlichem Engagement. Die Formulierung ist Ausdruck einer Haltung – einer Haltung, die über das klassische Bankgeschäft hinausgeht und die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Er greift die jahrzehntelange Tradition der Gemeinwohlorientierung auf und überführt sie in eine moderne Sprache, die Vertrauen, Nähe und Verantwortung signalisiert. Abgelöst wird damit der alte Slogan "Wenn's um Geld geht". 

2024 – Einführung von Wero bei den Sparkassen

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Sparkassen-Finanzgruppe ist die Einführung von Wero, dem neuen europäischen Zahlungssystem. Gemeinsam mit Partnerbanken aus mehreren EU-Ländern hat die Sparkassen-Finanzgruppe im Rahmen der European Payments Initiative (EPI) eine eigene Lösung für Echtzeitzahlungen entwickelt – als Alternative zu außereuropäischen Zahlungsdiensten. Wero startete 2024 mit Peer-to-Peer-Zahlungen und wurde 2025 um E-Commerce-Funktionen erweitert. Für Verbraucher:innen bedeutet das: einfach, schnell und sicher bezahlen – direkt vom Konto. Für Europa bedeutet es: ein selbstbestimmter Weg in eine digitale Finanzzukunft.

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