Im Podcast „Mikro trifft Makro – Das Finanzmarktgespräch“ sprechen Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater und Moderator Dirk Huesmann über alles, was die Welt und die Börsen aktuell bewegt. Dabei gehen sie auf tagesaktuelle Ereignisse ein und beleuchten die Hintergründe des Marktgeschehens. Grundlegende Marktmechanismen und -zusammenhänge werden immer wieder ein Thema sein. Reinhören lohnt sich:
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Lesen Sie hier die wöchentliche Kolumne von Dr. Ulrich Kater mit seiner Einschätzung zu aktuellen Themen aus der Finanzwelt:
Steigende Anleiherenditen sind das Tagesgespräch an den Kapitalmärkten. Zehnjährige US-Staatsanleihen erreichten fast fünf Prozent. Im Euroraum fiel dieser Anstieg etwas gemäßigter aus, aber mit 3,5 Prozent Umlaufrendite erreichten Bundesanleihen ebenfalls einen langjährigen Höchststand. Die Bewegung ist weltweit: britische Gilts gleicher Laufzeit lagen bei fast 5,2 Prozent, japanische zehnjährige Anleihen kletterten mit 3,1 Prozent auf einen jahrzehntelangen Höchststand. Neben einer überfälligen Normalisierung des Zinsniveaus nach vielen Jahren mit untypisch niedrigen Zinsen sind es aktuell auch die zurückgekehrten hohen Rohölpreise, die die Anleiherenditen nach oben treiben. Nach US-Angriffen auf fünf iranische Tanker vor dem Exportdrehkreuz Kharg in dieser Woche sprach der Iran von einer Zuspitzung des Konflikts – iranische Raketen auf Jordanien und Huthi-Angriffe auf saudische Ölanlagen nährten die Sorge vor einer geografischen Ausweitung und Schäden an der Energieinfrastruktur der Region. Insgesamt ist der Konflikt nicht nur nicht beendet, sondern wieder im Bereich der Eskalation. Ergänzt wurde die Zinsbewegung der abgelaufenen Woche durch die Europäische Zentralbank, die ihre Leitzinsen um ein Viertel Prozentpunkt anhob. Die EZB ist dabei in einer undankbaren Lage, denn höhere Zinsen belasten eine ohnehin nicht gerade kräftige Konjunktur. Die Abwehr von Inflationsgefahren wiegt jedoch stärker. Am Kapitalmarkt hat man sich darauf eingestellt, dass die Inflationsgefahren nicht so leicht verschwinden. Obwohl die Zinsen im kommenden Jahr wieder etwas nachgeben könnten, werden sie wohl nicht wieder so weit heruntergehen wie in den vergangenen Jahren. Für die Aktienmärkte waren dies keine guten Nachrichten. Belastungen für die Konjunktur sind auch Belastungen für die Unternehmensgewinne und damit für die Kurse. Höhere Anleihezinsen verleiten Anleger überdies, wieder verstärkt in Anleihen und nicht in Aktien zu investieren. Der Dax gab dementsprechend in der abgelaufenen Handelswoche deutlich nach.
Veröffentlicht am: 11. September 2026
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